Spring 2015  

Text by Sarah Oberrauch

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Group Exhibition at Lanserhaus, Eppan (Italy).

Over the past six months, six different artists were invited to live and work in Appiano. With this year’s exhibition in Lanserhaus Appiano with Saori Kuno (Japan), Cornelia Herfurtner (Germany), John MacLean (Germany), Björn Kämmerer (Germany), Asaf Elkalei (Israel) and Shahar Binjamini (Israel), the first cycle is now complete.

Saori Kuno’s work is inspired by everyday materials from industrial mass production. These properties are determined by their function and at the same time they reflect aesthetic ideas. Building materials are arranged into organic shapes, or tactile paper work into geometrical re-orderings. By creating an aesthetic action space for the objects, she raises the question of how human beings are determined and controlled by objects.

Cornelia Herfurtner and John MacLean’s work deal with the way in which beliefs and thought systems manifest themselves in cultural products, without having been properly reflected upon in their original function. In a dialogue, at times an intertextual working method, pieces are appropriated, expropriated, rearranged and interpreted. It remains between the parts but a pronounced unbridgeable gap that invites to more spontaneous and chaotic associations.

Shahar Binjamini studies the interactions between the body and technology: to turn on the light, we have to operate the light switches, to use our mobile phone, we have to touch the display. Thereby connections arise which have sensory and mechanical qualities. His focus is on the use of everyday technical devices.

The work of Asaf Elkalai researches physical interrelations between bodies and surfaces. His works speak to the organs of touch. In the visualisation of images, the special relationship between eyes and hands comes to light, displaying a recurring element in his work.

Björn Kammerers’ medium of choice is film. On the basis of short film sequences he studies the structuring effects of the medium itself. The arrangements of settings result in a specific temporality and dramaturgy, in which arise meditative sequences as well as humorous narrations. Striking is how he deals with spatial experience in movies: in his work “TURRET” only after some time a feeling of space emerges, however, with “TRIGGER” it is formed between the images, through the montage.

Gruppenausstellung im Lanserhaus, Eppan (Italien).

Im Laufe des letzten halben Jahres wurden sechs verschiedene KünstlerInnen eingeladen, in Eppan zu leben und zu arbeiten. Mit der diesjährigen Ausstellung im Lanserhaus Eppan mit Saori Kuno (Japan), Cornelia Herfurtner (Deutschland), John MacLean (Deutschland), Björn Kämmerer (Österreich), Asaf Elkalei (Israel) und Shahar Binyamini (Israel) wird der erste Zyklus abgeschlossen.

Saori Kunos Arbeiten sind von Alltagsmaterialien aus industriell hergestellter Massenproduktion inspiriert. Diese Objekte sind bestimmt durch ihre Funktion und gleichzeitig spiegeln sie ästhetische Vorstellungen wieder. Baumarktmaterialien werden zu organischen Formen oder taktile Papierarbeiten zu geometrischen Neuordnungen arrangiert. Indem sie für die Objekte einen ästhetischen Handlungsraum erschafft, wirft sie die Frage auf, inwiefern der Mensch von Objekten bestimmt und gesteuert wird.

Cornelia Herfurtners und John MacLeans Arbeiten beschäftigen sich mit der Art und Weise, in der sich Überzeugungen und Denksysteme in kulturellen Produkten niederschlagen, ohne vermutlich in ihrer maßgebenden Funktion mitreflektiert gewesen zu sein. In einer dialogischen, zuweilen intertextuellen Arbeitsweise werden Versatzstücke angeeignet, enteignet, neu arrangiert und interpretiert. Oftmals bleibt zwischen den Teilen aber eine betont unüberwindbare Kluft, die zu eher spontanen und wirren Assoziationen einlädt.

Shahar Binjamini untersucht Interaktionen zwischen Körper und Technik: um das Licht an zu machen, müssen wir den Lichtschalter betätigen, um unser Mobiltelefon zu benützen, das Display abtasten. Dabei entstehen Verbindungen, die sensorischer und mechanischer Natur sind. Sein Fokus liegt dabei im Gebrauch von alltäglichen technischen Geräten.

Die Arbeiten von Asaf Elkalai begeben sich auf die Suche nach physischen Wechselbeziehungen zwischen Körpern und Oberflächen. Seine Arbeiten sprechen die Tastorgane an. Bei der Visualisierung von Bildern kommt die besondere Beziehung zwischen Augen und Händen zum Vorschein, die ein immer wiederkehrendes Element in seinen Arbeiten darstellt.

Björn Kammerers Medium ist der Film. Er untersucht anhand von kurzen Filmsequenzen die Strukturierungseffekte des Mediums selbst. Die Anordnungen der Einstellungen führen zu einer bestimmten Zeitlichkeit und Dramaturgie, in der meditative Sequenzen genauso wie humoristische Narrationen entstehen können. Auffallend ist sein Umgang mit der räumlichen Erfahrung in Filmen: so entsteht in seiner Arbeit „TURRET“ erst nach einiger Zeit ein Gefühl von Raum, hingegen bei „TRIGGER“ entsteht er zwischen den Bildern, in der Montage.

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